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Die Gattung
Arisaema
(Araceae) - Kobralilien



Herkunft
und Wuchs
Die
Gattung Arisaema (in botanisch unkorrekter Hinsicht verbreitet bekannt als "Kobralilien") besteht aus
über
250 krautigen Arten, die in temperiert-gemäßigten bis tropischen Gebieten auf
allen Kontinenten mit Ausnahme von Australien, Europa und Südamerika verbreitet
sind. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt vom westlichen Himalaja bis ins
südöstlichen Asien nach China und Japan. In Nordamerika sind zwei bis drei Arten
heimisch, in Zentralamerika sind gegenwärtig nur zwei Arten bekannt. Arisaema
wachsen mehrheitlich in humusreichen, gut durchlässigen Böden sowohl in
Gebirgswiesen und -hängen als auch offenen Stellen in Tiefland- und
Gebirgswäldern; wenige Arten kommen in lehmigen Böden in sonnigen Felsspalten
vor. Eine fast vollständige Liste aller Arisaema Arten inklusive zahlreicher
Fotos ist auf der Webseite der
International Aroid Society (Internationale Gesellschaft für
Aronstabgewächse) zu finden. Eine weitere sehr hilfreiche Seite mit
hochauflösenden Fotos ist die
Arisaema Gallery von Roy Herold.
Wie bei bei verwandten Gattungen aus der artenreichen Familie der
Aronstabgewächse (Araceae), wie zum Beispiel
Amorphophallus (Titanwurz), Arum (Aronstab), Dracontium, Dracunculus (Drachenzunge),
Pinellia (Mauspflanze) and Typhonium entwickeln die meisten Arten entweder eine
unterirdische, runde bis verlängerte Knolle oder ein fleischiges Rhizom, das den
Pflanzen als Speicherorgan dient. In jeder Wuchsperiode bilden die Pflanzen ein
bis mehrere Blätter aus, die entweder gefächert und einem Regenschirm ähnlich
sind (z.B.
Arisaema
ciliatum,
Arisaema
concinnum,
Arisaema
erubescens, Arisaema urashima), oder
dreilappig sind.
Die letzteren können bei einigen Arten recht groß werden, wie zum Beispiel
Arisaema candidissimum,
Arisaema
fargesii, and
Arisaema
propinquum.
Erwachsende Pflanzen bilden für gewöhnlich einen einzelnen, entweder männlichen oder weiblichen Blütenstand aus, der kurz vor oder mit den Blättern erscheint. Nur wenige Arten bilden weibliche und männliche Blütenstände zur gleichen Zeit an ein und der selben Pflanze aus. Im allgemeinen sind junge Pflanzen männlich, mit zunehmenden Alter wechseln diese dann zum weiblichen Geschlecht. Einige Kobralilien wechseln fast jedes Jahr das Geschlecht, um ausreichende Nährstoffe für die Bildung eines Fruchtsands im auf ihre männliche Phase folgenden Jahr zu sammeln. Der Blütenstand ist aus einer zumeist farbenprächtigen und sehr dekorativen äußeren Spatha (Pseudoblütenblatt), z.B. bei Arisaema griffithii, Arisaema urashima und Arisaema utile und einer inneren Spadix aufgebaut, die kürzer als die Spatha sein oder aus dieser wie ein Faden herausragen kann. Bei der letzteren sind an der Basis die sehr kleinen weiblichen und männlichen Blüten angesiedelt. In der Natur erfolgt die Vermehrung hauptsächlich durch Samen. Um keimfähiges Saatgut zu erhalten, muss mindestens ein weiblicher und ein männlicher Blütenstand zur gleichen Zeit geöffnet sein. Nur wenige Arten, wie z.B. Arisaema flavum und Arisaema flavum ssp. abbreviatum bilden auch ohne eine rein männliche Blüte keimfähigen Samen aus. Der Fruchtstand bei den meisten Arisaema Arten besteht aus sehr zierenden, dicht stehenden, leuchtend orange bis scharlachroten Beerenfrüchten. Diese enthalten ein bis drei (selten mehr) Körner. Nach der Ernte müssen die Samen von dem anhaftenden Fruchtfleisch gereinigt werden, da diese keimhemmende Substanzen enthält. Die Früchte müssen immer mit Latexhandschuhen bearbeitet werden, da das Fruchtfleisch einige chemische Substanzen (Raphidenkristalle) enthält, die schwere, mehrere Tage anhaltende Hautreizungen verursacht.
Nur wenige Arten bilden knollen- oder rhizomförmige Ausläufer aus, wie z.B. Arisaema amurense, Arisaema candidissimum, Arisaema concinnum, Arisaema costatum, Arisaema dracontium, Arisaema exappendiculatum, Arisaema fargesii, Arisaema lichiangense, Arisaema ringens, Arisaema ternatipartitum und Arisaema triphyllum ssp. triphyllum. Diese kleinen Knollen sollten solange an der Mutterpflanze verbleibenden, bis sie sich leicht lösen und als separate Individuen am Ende des Wuchszyklus im Herbst bis Frühjahr vor Beginn der neuen Wuchsperiode einpflanzen lassen.
Pflege und Kultur
A)
Winterharte Arisaema Arten
Viele der asiatischen Arten, die aus Hochlagen stammen, und die beiden
nordamerikanischen Kobralilien (Arisaema dracontium
und
Arisaema triphyllum ssp. triphyllum
sowie seine anderen Unterarten)
sind winterhart in einer Klimazone von
USDA Zone 7 (oder
sogar weniger), d.h. in einem Gebiet mit einem Winterminimum von etwa -18°C / 0°F.
Diese Arten eignen sich für eine dauerhafte Gartenkultur in der nördlichen
Hemisphäre. Sie können auch in klimatisch kälteren Gebieten als Zone 7
erfolgreich im Freiland kultiviert werden, sofern eine isolierende Schneedecke
in einem solchen Gebiet im Winter üblich ist. Eine andere Methode zur
erfolgreichen Überwinterung im Freien ist das recht tiefe Pflanzen von
ausgewachsenen Knollen (bis zu einer Tiefe von etwa 30cm / 17"), so dass
sie auch in einem sehr kalten Winter nicht durchfrieren. Arisaema Arten können
mehrheitlich in einer sehr humosen, luftdurchlässigen Erde kultiviert werden.
Eine Schicht Split im Pflanzloch erhöht die Wasserdurchlässigkeit dabei
beträchtlich. Ruhende Pflanzen sollten während des Winters mit einer trockenen
Mulchdecke als zusätzliche Schutzmaßnahme vor winterlicher Staunässe und einem
Durchfrieren des Bodens abgedeckt werden. Viele Arten bevorzugen einen
halbschattigen bis sonnigen, geschützten Standort.
Je wärmer das Klima ist, desto schattiger sollten die Pflanzen gesetzt werden.
Kobralilien benötigen während der Wuchsphase ausreichende Feuchtigkeit, während
hingegen sie während der winterlichen Ruhephase eher trocken stehen sollten.
Einige Arten, wie z.B. Arisaema japonicum,
Arisaema ringens und
Arisaema
sikokianum, blühen im zeitigen Frühjahr. Diese Arten sollten
besonders bei Nachtfrostgefahr ausreichend
geschützt werden.
Die
folgende Liste enthält Arten, die sich für einen dauerhafte Gartenkultur als
ausreichend winterhart erwiesen haben:
| Arisaema amurense | Arisaema fraternum | Arisaema robustum |
| Arisaema angustatum var. peninsulae | Arisaema galeatum | Arisaema serratum |
| Arisaema bockii | Arisaema griffithii | Arisaema sikokianum |
| Arisaema candidissimum | Arisaema helleborifolium | Arisaema speciosum |
| Arisaema caudatum | Arisaema heterophyllum | Arisaema stewardsonii |
| Arisaema ciliatum | Arisaema intermedium | Arisaema takadae |
| Arisaema concinnum | Arisaema jacquemontii | Arisaema thunbergii |
| Arisaema consanguineum | Arisaema japonicum | Arisaema tortuosum |
| Arisaema costatum | Arisaema kiusianum | Arisaema triphyllum ssp. triphyllum |
| Arisaema dracontium | Arisaema lichiangense | Arisaema triphyllum ssp. stewardsonii |
| Arisaema erubescens | Arisaema macrospathum | Arisaema urashima |
| Arisaema exappendiculatum | Arisaema nepenthoides | Arisaema verrucosum |
| Arisaema fargesii | Arisaema ochraceum | Arisaema yamatense |
| Arisaema flavum | Arisaema peninsulae | Arisaema yunnanense |
| Arisamea flavum ssp. abbreviatum | Arisaema propinquum | |
| Arisaema franchetianum | Arisaema ringens |
B)
Nicht winterharte, subtropische oder tropische Arisaema Arten
In
Kultur sind nicht winterharte Arten recht einfach in einem humosen,
organischen und gut wasser- und luftdurchlässigen Substrat in Töpfen zu pflegen.
Mehrheitlich können diese subtropischen bzw. tropischen Kobralilien Arten bei
etwa 20°C (optimal sind 25°C) während des Sommers in einem mäßig feuchten
Substrat an einem halbschattigen bis sonnigen Standort mit Schutz vor
mittäglicher Prallsonne gehalten werden. Wenige Arten haben einen längeren
Wuchszyklus, der 12 Monate übersteigt, oder sind halb-immergrün. Bei den meisten
Arisaema Arten jedoch färben sich die Blätter am Ende des Sommers oder im Herbst
gelb. Ab diesem Zeitpunkt mit dem Beginn der Ruheperiode sollte die Pflanzen
eher trocken bei einem Minimum von etwa 15°C gehalten werden. Die Knollen
verbleiben zumeist zwischen 3 bis 7 Monate in der Ruhephase. Daher ist es zu
Begin des Frühlings vorteilhaft, wenn diese an einen wärmeren Ort gebracht
werden, da die steigenden Tagestemperaturen bei vielen tropischen Kobralilien
das neue Wachstum stimulieren. Sobald die neuen Blätter aus dem Zentrum der
Knolle erscheinen, sind erneute vorsichtige Wassergaben notwendig. Wie bei Amorphophallus
erscheinen auch bei de meisten Kobralilien die Wurzeln im oberen Bereich der
Knolle, knapp unterhalb des Ansatzes des Blattstiels. Daher sollten die Knollen
tief genug gepflanzt werden, damit sich die Wurzeln frei entfalten können. Eine
Tiefe des dreifachen Knollenumfangs ist ein guter Wert für die meisten Arten.
Die folgende Liste umfasst
eine Auswahl tropischer oder subtropischer Arten, die am besten unter ganzjährig
warmen Bedingungen
im Wintergarten oder Gewächshaus gehalten werden:
Aussaat
Alle
Arisaema Arten sind recht einfach aus Samen zu ziehen. Die Samen sollten recht
dicht zusammen ca. 1cm tief in das oben beschrieben Substrat ausgesät werden.
Das Substrat sollte nur mäßig feucht gehalten werden. Die optimale Temperatur
beträgt tagsüber etwa 25°C und nachts ca. 20°C. Die meisten Sämlinge laufen nach
einer Dauer von knapp
4 bis 8 Wochen auf, einige können einige Wochen mehr für einen Keimung
benötigen. Selten benötigen einige wenige Arten (z.B.
Arisaema
elephas,
Arisaema thunbergii
und Arisaema urashima) einen
vollständigen Wuchszyklus bevor das erste Blatt gebildet wird.
Die Sämlingspflanzen haben im ersten Jahr eine Wuchsperiode von etwa 2 bis 6
Monate. Daher sollten die Aussaattöpfe das Jahr über solange warm und
halbschattig gestellt werden, wie die Sämlinge "grün", d.h. mit Blättern sind.
Wenige Sämlinge bilden nicht nur ein, sondern zwei oder mehr Blätter aus, bevor
sie das erste Mal eine Ruhezeit beginnen. Ruhende Knollen sollten fast
vollständig trocken bei etwa 5°C (winterharte Arten) bzw. etwa 20°C (tropische
Arten). Falls sie zu feucht in der Ruhephase gehalten werden, können sie leicht
von Fäulnis befallen werden. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr beginnt
automatisch das neue Wachstum.
Winterharte Arten sollten vorzugsweise ganzjährig unter frostfreien Bedingungen
gezogen werden bis sie nach knapp zwei bis vier Jahren die Blühfähigkeit
erreichen. Danach können sie vor Beginn des neuen Wachstums
Mitte des Frühjahres in den Garten ausgepflanzt werden.
Schädlinge und Krankheiten
Besonders ruhende Knollen werden manchmal von
bakteriellen und pilzlichen Infektionen befallen. Dies kann insbesondere bei
einer zu feuchten Erde und kühlen Temperaturen geschehen. Falls eine Infektion
festgestellt wird (diese äußert sich z.B. durch ein Matschigwerden von Stellen
an der Knolle), kann ein Rettungsversuch unternommen werden. Dazu müssen alle
betroffenen Stellen der Knolle großzügig ausgeschnitten werden. Der Rest der
Knolle sollte vorzugsweise mit einem Fungizid in Puderform eingestäubt und für
einige Tage absolut trocken an der Luft gelagert werden. Danach kann die Knolle
wieder in eine eher trockene Erde eingetopft werden. Im allgemeinen sollten
daher präventiv ältere Pflanze während der Ruhezeit solange nicht gegossen
werden, bis das neue Blatt erscheint.
Andere Krankheiten und Schädlinge sind in Kultur eher unbekannt.
Bezugsquelle
Eine Auswahl an Samen und ruhenden Knollen von verschiedenen Arisaema
Arten, wie z.B.
Arisaema
amurense,
Arisaema candidissimum,
Arisaema
ciliatum,
Arisaema
concinnum,
Arisaema
consanguineum,
Arisaema
erubescens,
Arisaema
flavum,
Arisaema
franchetianum, Arisaema flavum ssp. abbreviatum,
Arisaema ringens,
Arisaema
serratum
(aff. Arisaema japonicum),
Arisaema
sikokianum,
Arisaema
tortuosum und
Arisaema triphyllum ssp. triphyllum
sind über unseren Webshop online erhältlich:
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